Fröhliche Weihnacht überall

25. Dezember 2015 6 Von Arlette

     tönet durch die Lüfte froher Schall.
     Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
     Weihnachtsduft in jedem Raum!
     „Fröhliche Weihnacht überall!“
     tönet durch die Lüfte froher Schall
 
Es ist Weihnachten. 
Und nicht überall auf der Welt ist Frieden, und nicht überall ist froher Schall. 
Das fasst mich sehr an, und ich bin mir sehr bewußt, was ich für ein Glück habe, in einem friedlichen Land zu leben, mit meiner Familie zusammenzusein, genug zu essen und zu trinken zu haben und ein Dach über dem Kopf, und aktuell mit der größten Sorge, wie die Kinder den irgendwann 2016 anstehenden Umzug wohl verkraften werden. Was geht es uns gut. 
 
Auch mir, auch wenn ich 2015 wieder sehr viel mehr mit Depressionen zu tun hatte, als im Jahr davor und es viele Wochen am Stück und zwischendurch tageweise wieder mal tiefschwarz war, von innen. Trotzdem – ich bin hier, und darf in Frieden im Kreis meiner Familie unter dem Weihnachtsbaum sitzen und mich darüber ärgern, dass der Gatte eine Magertanne gekauft hat, die so ein bißchen spiddelig in der Ecke steht und auf die gar nicht all der Schmuck draufpasst, den ich habe. Was bin ich für ein Glückskind, auch mit dieser lästigen, für mich und meine Herzensmenschen oft anstrengenden, einschränkenden, aber eben dennoch meist ertragbaren Seelenkrankheit. 
 
 Wir lassen es uns also gutgehen, mein Mann, unsere Kinder, meine Mama und ihr Hund. 
Unser größtes Geschenk 2015 ist nun auch schon gute vier Monate alt, und macht unsere Familie komplett. Wir sind sehr dankbar und glücklich darüber, dass die Mini da ist. Sie wird trotz weiterhin ausgeprägter abendlicher Schreiattacken von allen Geschwistern inniglich geliebt und ist vor 20 Uhr ein echter Sonnenschein.
Was haben wir für ein unglaublich großes Glück mit unserer Bande – auch wenn die weihnachtlichen Zankereien echt nerven… “diehatdersollichwillabernichtdasistunfääähaääääärwarumdarfichnichtundwiesokriegtsieheulningeljaul…” kennt das noch jemand? *gg*
Das findet die Rasselbandenoma glaube ich anstrengend, genauso, wie den grundsätzlich eher chaotischen Zustand unseres Zuhauses (also, so richtig chaotisch finde ich es eigentlich nicht, aber meine Mama lebt üblicherweise alleine mit Hund und hat einen sehr ausgeprägten Sinn für Ordnung. Wenn sie dann hierher kommt, ist es für sie wohl schon eine ziemliche Umstellung, hier ist es bunt, rumpelig und meist etwas lauter…). Statt aber, wie auch schon vorgekommen, mißbilligend die Augenbrauen hochzuziehen und etwas zu murmeln im Sinne von “also, wie es hiiiier wieder aussieht, wirklich wahr…”, hat sie mir eine wirklich wunderbare, liebevolle Weihnachtskarte geschrieben, und das bedeutet mir sehr, sehr viel. Auch wenn ich schon alleine groß bin, und inzwischen gelernt hab, dass meine Mutter nicht alles gutfinden muß, was ich mache – die Anerkennung und Zustimmung der “Queen Mum”, wie der Gatte seine Schwiegermutter nennt, ist ein schönes Geschenk.
Und so versöhnt mich dieses Weihnachtsfest mit dem für mich sehr nervenaufreibenden, anstrengenden, düsteren 2015. 
Wie sehr wünsche ich mir, dass das kommende Jahr ein besseres wird. Dass alle gesund bleiben, die mir am Herzen sind. Dass es meinen Kindern gutgeht. 
Und dass Frieden in die Welt kommt.
Euch allen glückliche Stunden.